Einfahrt pflastern

So geht's Schritt für Schritt

"Schönes Haus - und wann pflastert ihr die Einfahrt?"

Die Schwiegereltern sind zur Besichtigung unseres nigelnagelneuen Hauses gekommen - und das Erste, das ihnen auffällt, ist die Hofeinfahrt. Die ist nämlich nicht vorhanden.

Aber ich habe einen Plan! Und sobald die Schwiegereltern weg sind, werden die Ärmel hochgekrempelt! Dann mal ran an's Pflaster!


Inhalt

  • Benötigtes Werkzeug
  • Schritt 1: Baugrube ausheben
  • Schritt 2: Baugrube befüllen - Tragschicht
  • Schritt 3: Baugrube befüllen - Pflasterbett
  • Schritt 4: Pflastersteine verlegen
  • Schritt 5: Festrütteln und Fugen füllen
  • Damit keiner Beten muss - Arbeitssicherheit

Einfahrt pflastern - das Werkzeug

Pflastersteine werden auf Schotter gelegt Pflastersteine werden auf Schotter gelegt

Zusätzlich helfen ein Rüttler und Minibagger vom Schwiegervater oder aus dem Baumarkt.

Schritt 1: Baugrube ausheben

Bevor du dich auf den Bagger schwingst: Grenze die spätere Einfahrt ein. Stecke dazu die Schnureisen an die Ränder. Befestige die Schnurhalter am Eisen. Spanne anschließend die Maurerschnur auf die Höhe der späteren Randsteine.

Wichtig dabei: die eingegrenzte Fläche sollte größer sein, als die geplante Einfahrt. Grund: die Randeinfassung kommt noch dazu. Es gilt: Fläche + 30cm.

So, jetzt geht's los! In die Hände gespuckt und Erde ausheben. Wie tief? Etwa 45-50cm, bis zum tragfähigen Grund.

Tipp: Damit Regenwasser vom fertigen Pflaster auf Ihrer Hofeinfahrt ablaufen kann, sollte bereits die Baugrube ein leichtes Gefälle haben - entweder zu einem Abfluss oder in den Garten.

Mit einer Maurerschnur wird die Höhe der Pflastersteine markiert

Schritt 2: Baugrube befüllen - Tragschicht

Die Baugrube ist ausgehoben? Jetzt wird sie befüllt - und zwar folgendermaßen:

  1. Unterste Schicht (Tragschicht): Verteile Kies oder Schotter auf der zu pflasternden Fläche. Die Schüttung sollte ungefähr halb so hoch sein, wie die Grube (20-25cm). Nimm alle 10cm Schüttung die Rüttelmaschine zur Hand und rüttel erst mal ordentlich!
  2. Randeinfassung: Bevor du jetzt munter weiter die Grube auffüllst, darfst du dein Werk einrahmen wie ein Künstler. Du brauchst dazu Beton, in den die Randsteine eingesetzt werden. Die Randsteine sollten ein Beton-Fundament von etwa 30cm Breite haben (Ahaa, deshalb die +30cm). Richte die Randsteine an der Maurerschnur aus, die du am Anfang gespannt hast und setze sie in den Beton.

Tipp: Damit die Einfahrt am Ende nicht aussieht wie der Turm von Pisa, nutzt du einen Randsteinheber. Damit sitzen die Randsteine so gerade wie die Queen beim Dinner.

Schritt 3: Baugrube befüllen - Pflasterbett

Betrachte noch einmal dein Werk, trink einen Schluck, dann geht's weiter!

Bevor du das Pflaster für die Hofeinfahrt verlegst, verteile auf der Tragschicht Sand oder feinen Splitt. Etwa 15cm sollten reichen.

Ziehe den Splitt mit einer Latte oder einer Abziehschiene glatt und spiele dann "Der Boden ist Lava": Der Splitt darf nicht mehr betreten werden.

Der Splitt wird mit einer Latte glatt gezogen.
Pflastersteine werden auf Splitt gelegt

Schritt 4: Pflastern

Hast du dir ein schönes Verlegemuster überlegt? Vollgas!

Damit das Pflaster am Ende gerade ist, spannst du weitere Maurerschnüre über die ganze Fläche. Die müssen einen Zentimeter höher gespannt werden, denn beim Rütteln sinken die Steine später etwas ein.

Lege dann die Pflastersteine locker auf und lass zwischen den Steinen eine Fuge.
Achtung: Der Boden ist immer noch Lava. Betrete das Pflasterbett also nicht und bleibe auf dem bereits verlegten Pflaster.

Mögliche Herausforderungen und ihre Lösung

Problem: Stein lässt sich nicht zwischen zwei Steinen einsetzen

Lösung: Nutze einen Gummihammer oder einen speziellen Plattenlegehammer und schlage den Pflasterstein sanft wie einen Legostein in den Splitt - bitte nicht mit Gewalt.

Problem: Stein versehentlich schief gesetzt.

Lösung: Nimm den Stein heraus und setze ihn neu ein. Wenn bereits Steine um diesen Pflasterstein herum platziert wurden, hilft dir ein Pflasterboy.

Schritt 5: Festrütteln und Fugen füllen

Die Steine sitzen, das Muster ist schön, kurz: Dein Kunstwerk ist perfekt?

Glückwunsch! Damit alles so bleibt darfst du noch mal mit der Rüttelmaschine ran und alles ordentlich in den Boden stampfen!

Zum Schluss: Lücken füllen.

Dafür eignet sich am besten feuergetrockneter Feinsand. Klingt aufregend oder? Ein anderer Name dafür ist Quarzsand. Den bekommst du übrigens in unserem Shop. Schütte den Sand auf das Pflaster und kehre ihn zwischen die Fugen. Fertig!

Noch ein Tipp gefällig?

Ich schwöre auf Fugenfestiger! Das ist ein Kunststoffgemisch, das den Fugensand verklebt.

Und was habe ich davon?

  • Du sparst dir das alljährliche Fugenreinigen - kein Unkraut mehr
  • Du musst es nur einmal machen - frost- und witterungsbeständig
  • Du sparst Zeit bei der Reinigung des Pflasters - es schützt vor Kehrmaschinen, Regen, Witterung, Wind und Auswaschen

Damit keiner beten muss - Arbeitssicherheit

Meine Frau steht immer mit einem strengen Blick und vor mir, wenn ich mit meinen Bauprojekten loslege. In der linken Hand Knieschoner und in der rechten Handschuhe. 

Auch wenn die trotzige Stimme in meinem Kopf widerspricht: "Brauch ich doch nicht!"- tue ich meiner Liebsten den Gefallen.

Mal ganz ehrlich: Sie hat ja recht.


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